Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen
 Verkündet am 17. April 2020
 
Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS -CoV -2
(Coronaverordnung)

Vom 17. April 2020

Auf Grund des § 32 Satz 1 und 2 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000
(BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 1, 2 und 3 des Gesetzes vom 27. März
2020 (BGBl. I S. 587) geändert worden ist, in Verbi ndung mit § 6 Satz 1 der Verord-
nung über die zuständigen Behörden nach dem Infektionsschutzgesetz vom
11. September 2018 (Brem.GBl. S. 425 — 2126- e-1) wird verordnet:

1. Teil
Absonderungen in häusliche Quarantäne

§ 1

Infizierte Personen und Kontaktpersonen der Kategorie I
 
(1) Einer Person, bei der eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 labor-
diagnostisch bestätigt wurde (infizierte Person), wird ab der Kenntnis der labor-
diagnostischen Bestätigung einer Infizierung untersagt ihre Wohnung oder die Ein-
richtung, in der sie lebt, ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes zu
verlassen (Absonderung). Es ist ihr in dieser Zeit untersagt, Besuch von Personen zu
empfangen, die nicht ihrem Haushalt angehören. Diese Vorgaben entfallen frühes-
tens 14 Tage nach Mitteilung der labordiagnostischen Bestätigung bei Erfüllung
folgender Kriterien:
 
a) Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden bezogen auf die akute Infektion
mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und
b) Zustimmung durch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin.
 
(2) Einer Person, die innerhalb der letzten zwei Tage vor Auftreten der ersten
Symptome bei einer infizierten Person mit dieser engen Kontakt (z.B. mindestens
15 Minuten von Angesicht zu Angesicht im Abstand von weniger als zwei Metern
oder sehr engen Kontakt für einen kürzeren Zeitraum) hatte (Kontaktperson der
Kategorie I), wird ab dem Zeitpunkt der Kenntnis von der labordiagnostischen
Bestätigung einer Infizierung für einen Zeitraum von 14 Tagen seit dem letztmaligen
engen Kontakt mit einer infizierten Person untersagt, ihre Wohnung oder die Ein-
richtung, in der sie lebt, ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes zu
verlassen. Es ist ihr in dieser Zeit untersagt, Besuch von Personen zu empfangen,
die nicht ihrem Haushalt angehören.
 
§ 2
 
Ein- und Rückreisende
 
(1)Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage vor Inkrafttreten dieser Verord-
nung oder danach auf dem Land-, See-, oder Luftweg aus einem Staat außerhalb
der Bundesrepublik Deutschland in die Freie Hansestadt Bremen eingereist sind oder
einreisen, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in
die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich
für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern, wenn
nicht das zuständige Gesundheitsamt seine Zustimmung zu einem abweichenden
Verhalten erteilt; dies gilt auch für Personen, die zunächst in ein anderes Land der
Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Den in Satz 1 genannten Personen ist
es in diesem Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht
ihrem Haushalt angehören.
 
(2) Die in Absatz 1 Satz 1 genannten Personen sind verpflichtet, unverzüglich das
für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren und auf das Vorliegen der
Voraussetzungen nach Absatz 1 hinzuweisen. Die in Absatz 1 Satz 1 erfassten
Personen sind ferner verpflichtet, beim Auftreten von Krankheitssymptomen das
zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu kontaktieren.
 
(3) Von Absatz 1 Satz 1 nicht erfasst sind Personen,
 
1. die beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter auf der
Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren,
 
2. die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von
Luft-, Schiffs-, Bahn-, oder Busverkehrsunternehmen oder als Besatzung von
Flugzeugen, Schiffen, Bahnen oder Bussen außerhalb des Bundesgebiets
aufgehalten haben,
 
3. die täglich oder für bis zu 5 Tage zwingend notwendig und unaufschiebbar
beruflich oder medizinisch veranlasst in das Bundesgebiet einreisen, oder
 
4. die sich weniger als 48 Stunden im Ausland aufgehalten haben.
 
(4) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für Personen, die zum Zweck einer mindestens drei-
wöchigen Arbeitsaufnahme in das Bundesgebiet einreisen (Saisonarbeitskräfte),
wenn am Ort ihrer Unterbringung und ihrer Tätigkeit in den ersten 14 Tagen nach
ihrer Einreise gruppenbezogene betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen
zur Kontaktvermeidung außerhalb der Arbeitsgruppe ergriffen werden, die einer
Absonderung nach Absatz 1 Satz 1 vergleichbar sind, und das Verlassen der Unter-
bringung nur zur Ausübung ihrer Tätigkeit gestattet ist. Der Arbeitgeber oder die
Arbeitgeberin zeigt die Arbeitsaufnahme vor ihrem Beginn bei dem zuständigen
Gesundheitsamt an und dokumentiert die ergriffenen Maßnahmen nach Satz 1. Die
Ortspolizeibehörden haben die Einhaltung der Voraussetzungen nach Satz 1 zu
überprüfen.
 
(5) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für Angehörige der Streitkräfte und Polizeivollzugs-
beamte, die aus dem Einsatz und aus einsatzgleichen Verpflichtungen im Ausland
zurückkehren.
 
(6) Absatz 1 Satz 1 gilt darüber hinaus nicht für Personen, die nur zur Durchreise
in die Freie Hansestadt Bremen einreisen; diese haben das Gebiet der Freien
Hansestadt Bremen auf unmittelbarem Weg zu verlassen. Die hierfür erforderliche
Durchreise durch das Gebiet der Freien Hansestadt Bremen ist gestattet.
 
(7) Die Absätze 3 bis 6 gelten nur, soweit die dort bezeichneten Personen keine
Symptome aufweisen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 im
Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts hinweisen.
 
§ 3
 
Beobachtungen und Pflichten während der Absonderung in häuslicher Quarantäne
 
(1) Für die Zeit der Absonderung werden die in den §§ 1 und 2 genannten
Personen der Beobachtung durch das Gesundheitsamt gemäß § 29 des Infektions-
schutzgesetzes unterworfen. Sie haben alle erforderlichen Untersuchungen und
Entnahmen von Untersuchungsmaterial durch die Beauftragten des Gesundheits-
amtes an sich vornehmen zu lassen. Darunter fallen insbesondere äußerliche
Untersuchungen und Röntgenuntersuchungen, Abstriche von Haut und
Schleimhäuten sowie Blutentnahmen. Das erforderliche Untersuchungsmaterial ist
auf Verlangen des Gesundheitsamtes bereitzustellen. Anordnungen des
Gesundheitsamtes haben die betroffenen Personen Folge zu leisten. Sie können
auch durch das Gesundheitsamt vorgeladen werden. Ferner sind sie verpflichtet, den
sich als solche ausweisenden Beauftragten des Gesundheitsamtes zum Zwecke der
Befragung oder der Untersuchung den Zutritt zu ihrer Wohnung zu gestatten und
ihnen auf Verlangen über alle ihren Gesundheitszustand betreffenden Umstände
Auskunft zu geben.
 
(2) Bis zum Ende der Absonderung sind die betroffenen Personen zu folgenden
Handlungen und Dokumentationen verpflichtet:
 
1. Zweimal täglich - morgens und abends – ist, soweit die Voraussetzungen
hierfür gegeben sind, ihre Körpertemperatur zumessen;
 
2. Täglich ist, soweit möglich, ein Tagebuch zu Symptomen, Körpertemperatur,
allgemeinen Aktivitäten und Kontakten zu weiteren Personen zu führen (für die
zurückliegenden Tage, soweit die Erinnerung reicht).
 
Zudem sind folgende (Hygiene-) Regeln zu beachten:
 
1. Minimieren,– soweit möglich –der Kontakte zu haushaltsfremden Personen,
 
2. Zeitliche und räumliche Trennung im Haushalt von den anderen Haushalts-
mitgliedern; eine zeitliche Trennung kann z.B. dadurch erfolgen, dass die
Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden;
eine räumliche Trennung kann z.B. dadurch erfolgen, dass die Personen sich
in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhalten,
3. Beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten und sich wegdrehen,
Armbeuge vor Mund und Nase halten oder ein Taschentuch benutzen, das
sofort zu entsorgen ist,
 
4. Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und Ver-
meidung von Berührungen im Gesicht.
 
§ 4
 
Ausnahmen
 
(1) Abweichend von §§ 1 und 2 Absatz 1 darf eine abgesonderte Person ihre
Wohnung oder die Einrichtung, in der sie lebt, verlassen oder Besuch empfangen,
wenn dies zum Schutz von Leben oder Gesundheit zwingend erforderlich ist. In
diesem Fall sind alle Kontakte zu anderen Personen auf das absolut Notwendige zu
beschränken.
 
(2) Personen, die bei der Polizei oder der Feuerwehr tätig sind, werden von den
§§ 1 und 2 ausgenommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der in der Anlage zu
dieser Verordnung aufgeführten Behörden und Betriebe werden von den §§ 1 und 2
ausgenommen, soweit sie ausdrücklich durch den Dienstherrn oder die Arbeitgeberin
oder den Arbeitgeber benannt werden. Diese haben den Ortspolizeibehörden und
den Gesundheitsämtern eine Liste der ausgenommenen Personen zu übermitteln.
 
(3) Im Übrigen können die Ortspolizeibehörden in begründeten Härtefällen auf
Antrag weitere Befreiungen erteilen.
 
2. Teil
Veranstaltungen und Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens
 
§ 5
 
Kontaktverbot
 
(1) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht in
der gemeinsamen Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft lebenden Person oder
mit den folgenden Personen gestattet:
 
1. Familienmitglieder, eigene Kinder, auch wenn die Eltern getrennt leben; dazu
gehören auch die Kinder der Partner (sogenannte Patchworkfamilien);
 
2. sonstige Personen, mit denen eine Wohnung oder gewöhnliche Unterkunft
geteilt wird.
 
(2) In der Öffentlichkeit ist zu anderen als den in Absatz 1 genannten Personen ein
Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.
 
(3) Bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs, im Einzelhandel und
bei der Nutzung von vergleichbaren Einrichtungen ist das Tragen von Alltagsmasken
dringend empfohlen.
 
§ 6
 
Veranstaltungen, sonstige Ansammlungen von Menschen und Versammlungen
 
(1) Öffentliche oder nichtöffentliche Veranstaltungen, Feiern sowie sonstige
Menschenansammlungen in der Freien Hansestadt Bremen sind verboten.
 
(2) Öffentliche oder nichtöffentliche Versammlungen nach Artikel 8 des Grund-
gesetzes (unter freiem Himmel oder in geschlossenen Räumen) sind von dem Verbot
nach Absatz 1 ausgenommen. Sie sind, sofern es sich nicht um eine Eil- oder
Spontanversammlung handelt, der zuständigen Versammlungsbehörde spätestens
48 Stunden vor ihrer Bekanntgabe fernmündlich, schriftlich, elektronisch oder zur
Niederschrift anzuzeigen. Die zuständige Versammlungsbehörde kann die Versamm-
lung zum Zwecke der Verhütung und Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2
verbieten, beschränken oder mit Auflagen versehen.
 
(3) Ansammlungen von Menschen sind abweichend von Absatz 1 zulässig:
 
1. für die Berufsausübung im Sinne des Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes,
soweit diese nicht gesondert eingeschränkt ist; auch für den Publikumsverkehr
geschlossene Einrichtungen dürfen aus beruflich bedingten Gründen betreten
werden,
 
2. für die Wahrnehmung der Aufgaben oder des Dienstes als Mitglied der
Bremischen Bürgerschaft und der dazugehörigen Ausschüsse, als Mitglied
des Bremer Senats, als Mitglied des Magistrats der Stadt Bremerhaven, als
Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven und der dazu-
gehörigen Ausschüsse, als Mitglied einer Deputation oder als Mitglied eines
Beirats oder als Mitglied einer Partei,
 
3. für die Wahrnehmung von Aufgaben im Öffentlichen Dienst, als Organ der
Rechtspflege oder als See-und Hafenlotse,
 
4. für die Wahrnehmung von Aufgaben in Krankenhäusern, medizinischen oder
pflegerischen Einrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, ärztlichen
Praxen, Praxen der Physiotherapie oder der Anschlussheilbehandlung,
anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens, Apotheken und Sanitäts-
häusern, Einrichtungen der Jugend-und Familienhilfe, sozialen Hilfs- und
Beratungseinrichtungen sowie veterinärmedizinischen Einrichtungen, soweit
der Besuch nicht gesondert eingeschränkt ist,
 
5. für die Mitwirkung bei der Bewältigung der aktuellen Infektionslage,
 
6. für die Berichterstattung durch Vertreterinnen und Vertreter von Presse, Rund-
funk, Film und anderen Medien,
 
7. bei der Benutzung des öffentlichen Personenverkehrs,
 
8. in Gerichten und Behörden oder bei anderen Hoheitsträgern sowie in anderen
Stellen oder Einrichtungen, die öffentlich-rechtliche Aufgaben wahrnehmen,
soweit diese nicht gesondert eingeschränkt sind oder diese nicht für den Zutritt
durch Nichtbedienstete gesperrt sind,
 
9. im Zusammenhang mit der Betreuung von hilfebedürftigen Personen oder
Minderjährigen, die in Einrichtungen der vorläufigen Inobhutnahme, der
Inobhutnahme oder der stationären Hilfen zur Erziehung betreut werden, wenn
diese nicht anders möglich ist und soweit diese nicht gesondert eingeschränkt
ist und soweit die Personen von einer betreuenden Person begleitet werden
(insgesamt maximal fünf Personen),
 
10. im Zusammenhang mit der Versorgung nach § 9 Absatz 2 und 3.
 
(4) Soweit die räumlichen Verhältnisse und die Art der in Absatz 3 genannten
Tätigkeiten es zulassen, müssen Personen einen Abstand von mindestens
1,5 Metern zueinander einhalten.
 
§ 7
 
Besondere Zusammenkünfte von Menschen
 
(1) Verboten sind Zusammenkünfte von Menschen in Kirchen, Moscheen und
Synagogen sowie in den Räumlichkeiten anderer Glaubensgemeinschaften, ein-
schließlich der Gemeindezentren.
 
(2) Von Absatz 1 ausgenommen sind Bestattungen (Trauerfeiern und Beisetzun-
gen). Bei der Durchführung sind die Hinweise des Robert Koch-Instituts und insbe-
sondere die folgenden Punkte zu berücksichtigen:
 
1. der zeitliche Rahmen ist so eng wie möglich zu fassen,
 
2. hinreichende Hygienevorkehrungen, wie beispielsweise Waschmöglichkeiten
mit Seife oder die Bereitstellung von Desinfektionsmittel sind, sicherzustellen,
 
3. ein ausreichender Abstand zwischen den Personen ist sicherzustellen,
 
4. die Teilnehmerzahl ist auf ein Mindestmaß (nur der engste Kreis; jedenfalls
nicht mehr als 20 Personen) zu reduzieren,
 
5. auf gefährdete Personen ist besondere Rücksicht zu nehmen; dafür sind
entsprechende Vorkehrungen zu treffen.
 
(3) Verboten sind zudem Zusammenkünfte von Menschen in Vereinen sowie
sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen.
 
§ 8
 
Busreisen und sonstiger Gelegenheitsverkehr zu touristischen Zwecke
 
Die Veranstaltung von Reisebusreisen und sonstiger Gelegenheitsverkehr zu
touristischen Zwecken ist verboten.
 
§ 9
 
Beschränkungen für Einrichtungen
 
(1) Folgende Einrichtungen dürfen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet
werden:
 
1. Gaststättengewerbe aller Art; der Außer-Haus-Verkauf und die Auslieferung
von Speisen und Getränken bleiben zulässig; der Verzehr an Ort und Stelle ist
untersagt; Außenbestuhlung ist zu entfernen oder gegen eine Nutzung zu
sichern,
 
2. Bars, Teestuben, Clubs, Diskotheken Festhallen, Amüsierbetriebe und ähn-
liche Vergnügungsstätten,
 
3. Saunen, Saunaclubs, Solarien, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder und
sonstige öffentliche und private Sportanlagen, ausgenommen hiervon sind
Freiluftsportanlagen, für diese können im Wege von Allgemeinverfügungen
oder durch schriftliche Genehmigung der Ortspolizeibehörden oder der
Bürgerämter im Einzelfall der Betrieb zugelassen werden, wenn die
Nutzenden sicherstellen, dass die Regeln des Kontaktverbotes nach § 5
eingehalten werden,
 
4. Kinos, Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und für den Publikumsverkehr
bestimmte Ausstellungsräumlichkeiten,
 
5. Messen, Ausstellungen, Angebote von Freizeitaktivitäten (drinnen und
draußen), Spezialmärkte,
 
6. Entertainment-Center, Spielhallen, Spielbanken, Sportwettgeschäfte, Wett-
büros und Wettvermittlungsstellen,
 
7. Prostitutionsstätten (einschließlich der Prostitution in Privatwohnungen und
Fahrzeugen), Bordelle, bordellartige Betriebe, Swinger-Clubs, Striptease-
Lokale, Sex-Kinos, Multiplex-Kinos und Peep-Shows,
 
8. Begegnungsstätten und-treffs (für ältere Menschen, Menschen mit Behinde-
rung, Jugendliche, Heranwachsende, Mütter, Familien, Kinder etc.), Spiel-
plätze (indoor und outdoor),
 
9. Jugendherbergen.
 
(2) Abweichend von Absatz 1 werden Geschäfte des Einzelhandels, deren tat-
sächlich genutzte Verkaufsfläche nicht mehr als 800 Quadratmeterbeträgt, nicht für
den Publikumsverkehr geschlossen, dazu zählen auch Verkaufsstellen in Einkaufs-
zentren, wenn die Betreiberin oder der Betreiber des Einkaufszentrums dafür Sorge
trägt, dass auf den gemeinsamen Verkehrsflächen die Anforderungen gemäß § 5
Absatz 2 und § 11 eingehalten und in dem Einkaufszentrum keine Getränke und
Speisen zum Verzehr angeboten werden. Eine Öffnung von Einkaufszentren setzt
ein jeweiliges Konzept voraus, wie die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden
sollen. Geschäfte des Einzelhandels, die über eine größere Verkaufsfläche verfügen,
haben die Möglichkeit, diese auf höchstens 800 Quadratmeter zu begrenzen. Die
Geschäfte haben Nachweise zur Größe der Verkaufsfläche bereitzuhalten.
 
(3) Unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche werden abweichend von
Absatz 1 folgende Einrichtungen nicht für den Publikumsverkehr geschlossen:
 
1. Lebensmittelgeschäfte,
 
2. Wochenmärkte nach § 67 Gewerbeordnung, landwirtschaftlicher Direkt-
verkauf, Hofläden,
 
3. Abhol- und Lieferdienste,
 
4. Getränkemärkte,
 
5. Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien,
 
6. Tankstellen, Kioske, Zeitungsverkaufsstellen,
 
7. Banken und Sparkassen
 
8. Poststellen,
 
9. Reinigungen, Waschsalons,
 
10. Bau- und Gartenbaumärkte,
 
11.Tierbedarfshandel,
 
12. Kraftfahrzeug- und Fahrradhandel,
 
13. Buchhandlungen,
 
14. Blumenläden,
 
15. Brief- und Versandhandel,
 
16. Verkaufsstellen für Fahrkarten des Öffentlichen Personennahverkehrs,
 
17. der Großhandel.
 
§ 10
 
Hotels, Ferienwohnungen, Ferienzimmer und vergleichbaren Angebote
 
Hotels sowie private und gewerbliche Vermieterinnen und Vermieter von Ferien-
wohnungen, Ferienzimmern und vergleichbaren Angeboten dürfen ausschließlich
Übernachtungsgäste mit der Maßgabe beherbergen, dass Übernachtungen nicht zu
touristischen Zwecken angeboten werden. Die Plätze für die Übernachtungsgäste
müssen bei der Bewirtung so angeordnet werden, dass ein Abstand von mindestens
1,5 Metern zwischen den Gästen (an Tischen und Stehplätzen) gewährleistet ist.
 
§ 11
 
Sorgfaltspflichten bei der Öffnung von Einrichtungen
 
Soweit Einrichtungen nach dieser Verordnung öffnen dürfen, sind geeignete
Maßnahmen zur Steuerung des Zutritts,zur Sicherstellung der gesteigerten
hygienischen Anforderungen (insbesondere Maßnahmen zur Sicherstellung von
Mindestabständen und Schutzvorrichtungen für das Kassenpersonal) und zur
Vermeidung von Warteschlangen sowie sonstiger Ansammlungen von Menschen
vorzunehmen. Hierzu können Ausführungsbestimmungen erlassen werden.
 
§ 12
 
Dienstleistungen und Handwerk
 
Dienstleisterinnen und Dienstleister und Handwerkerinnen und Handwerker
können ihrer Tätigkeit weiterhin nach den folgenden Maßgaben nachgehen:
 
1. Wird die Leistung nicht beim Anbietenden, sondern bei der Kundin oder dem
Kunden erbracht oder ihr oder ihm geliefert oder zuvor Gegenstände bei ihr
oder ihm lediglich abgeholt, ist sie zulässig;
 
2. Einzeltermine in den Räumen des Betriebs sind zulässig, wenn gewährleistet
ist, dass es durch organisierte Terminvergabe nicht zu Ansammlungen von
Menschen in oder vor den Räumen des Betriebs kommt;
 
3. Dienstleistungen und handwerkliche Tätigkeiten, mit Ausnahme von dringend
notwendigen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen sowie sozialen Dienst-
leistungen im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes (einschließlich der
Inobhutnahme sowie der Hilfe zur Erziehung), bei denen ein Abstand zum
Kunden von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sind untersagt; dies
gilt insbesondere für
 
a) Frisörinnen und Frisöre,
 
b) Tattoostudios,
 
c) Nagelstudios,
 
d) Kosmetikstudios und
 
e) Massagesalons.
 
Die Entgegennahme einer unzulässigen Dienstleistung oder handwerklichen Tätig-
keit nach Satz 1 Nummer 3 ist untersagt.
 
3.Teil
Krankenhäuser, Pflegeheime, Leistungen der Eingliederungshilfe
Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und ähnliche Einrichtungen
 
§ 13
 
Krankenhäuser
 
Krankenhäusern und Einrichtungen für ambulantes Operieren wird untersagt,
planbare Aufnahmen, Operationen und sonstige Eingriffe, die die Belegung eines
Krankenhausbettes erforderlich machen, durchzuführen, sofern die Verschiebung der
Aufnahme, der Operation oder des sonstigen Eingriffs medizinisch vertretbar ist.
 
§ 14
 
Besuchsregelungen
 
(1) Folgende Einrichtungen dürfen vorbehaltlich des Absatzes 2 nicht von
Besucherinnen und Besuchern betreten werden:
 
1. Krankenhäuser,
 
2. Einrichtungen für ambulantes Operieren,
 
3. Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Kranken-
häusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt,
 
4. Dialyseeinrichtungen,
 
5. Tageskliniken,
 
6. Entbindungseinrichtungen,
 
7. Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer unter den
Nummern 1 bis 6 genannten Einrichtungen vergleichbar sind,
 
8. vollstationäre Einrichtungen der Pflege nach § 71 Absatz 2 des Elften Buches
Sozialgesetzbuch,
 
9. Einrichtungen für Menschen mit Behinderung im Sinne des § 2 Absatz 1 des
Neunten Buches Sozialgesetzbuch, in denen Leistungen der Eingliederungs-
hilfe über Tag und Nacht erbracht werden,
 
10. vollstationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe,
in denen besonders schutzbedürftige Personen leben, anbieterverantwortete
Wohngemeinschaften im Sinne des § 8 Absatz 3 des Bremischen Wohn- und
Betreuungsgesetzes sowie Gasteinrichtungen gemäß § 5 des Bremischen
Wohn- und Betreuungsgesetzes und
 
11. Seniorenresidenzen.
 
Ein Besuch ist nicht gegeben bei einem beruflich bedingten Betreten der in Satz 1
genannten Einrichtungen.
 
(2) Die Einrichtungen müssen, gegebenenfalls unter Auflagen, Ausnahmen
zulassen, wenn ein besonderes berechtigtes Interesse vorliegt. Ein solches Interesse
liegt insbesondere bei Minderjährigen, Gebärenden, im Notfall, in palliativen
Situationen oder bei der Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden vor.
 
§ 15
 
Einrichtungen der Tagespflege
 
(1) Einrichtungen der Tagespflege dürfen vorbehaltlich des Absatzes 2 nicht für
den Pflegebetrieb geöffnet werden.
 
(2) Einrichtungen der in Absatz 1 bezeichneten Art können einen eingeschränkten
Betrieb für eine Notbetreuung von Pflegebedürftigen anbieten,
 
1. deren Angehörige in sogenannten kritischen Infrastrukturen gemäß der Anlage
zu dieser Verordnung tätig sind oder
 
2. die einer ärztlich verordneten Behandlungspflege bedürfen, die nicht durch
pflegende Angehörige sichergestellt werden kann oder
 
3. für die eine fehlende Betreuung in der Tagespflege eine gesundheitliche
Schädigung zur Folge hätte.
 
Die Notbetreuung nach Satz 1 kann auch für Pflegebedürftige angeboten werden, die
zuvor nicht in einer Einrichtung der Tagespflege betreut wurden. Die Namen sowie
die Berufe der Angehörigen der im Rahmen der Notbetreuung betreuten Pflege-
bedürftigen sind in Listenform zu erfassen. Die Notbetreuung ist auf das notwendige
Maß zu beschränken. Sie soll in möglichst kleinen Gruppen erfolgen und kann bis zu
dem Umfang eingerichtet werden, der dem jeweiligen Konzept der Tagespflege-
einrichtung zugrunde liegt.
 
§ 16
 
Betreuung und Zusammenkunft in tagesstrukturierenden Angeboten der
Eingliederungshilfe, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, der
kommunalen Sucht- und Drogenhilfe und der Wohnungsnotfallhilfe
 
(1) Die reguläre Betreuung in den nachfolgend aufgeführten Angeboten und Maß-
nahmen der Eingliederungshilfe werden vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 untersagt:
 
1. Tagesstätten für Menschen mit psychischer Erkrankung,
 
2. Tagesförderstätten für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinde-
rungen,
 
3. Fördergruppen unter dem Dach der Werkstatt für Menschen mit Behinde-
rungen nach § 219 Absatz 3 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch,
 
4. tagesgestaltende Maßnahmen im Rahmen der Seniorenangebote für
Menschen mit geistiger Behinderung,
 
5. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen; die Weiterführung von
betriebsrelevanten Teilen ist durch die Fachkräfte zur Arbeits- und Berufs-
förderung, dem Begleitenden Dienst und Produktionshilfen unter Wahrung der
Hygienevorschriften nach Absatz 4 gestattet; im Ausnahmefall kann eine
Beschäftigung von Werkstattbeschäftigten erfolgen, wenn die Senatorin für
Soziales, Jugend, Integration und Sport über die Ausgestaltung vorab infor-
miert wurde,
 
6. soziale Gruppenfahrten zur sozialen Teilhabe,
 
7. Beschäftigungsangebote für Menschen mit psychischer Erkrankung; die
Weiterführung von betriebsrelevanten Teilen ist unter Wahrung der Hygiene-
vorschriften nach Absatz 4 gestattet,
 
8. Nachtcafés,
 
9. Drogenkontakteinrichtungen,
 
10. Tagesaufenthalt Wohnungsnotfallhilfe.
 
(2) Abweichend von Absatz 1 können Träger der Tagesförderstätten und Förder-
gruppen für wesentlich geistig oder mehrfach behinderte Menschen sowie Werk-
stätten für Menschen mit Behinderungen eine Notbetreuung für die Leistungsberech-
tigten anbieten,
 
1. deren Sorgeberechtigte oder betreuende Angehörige in sogenannten
kritischen Infrastrukturen gemäß der Anlage zu dieser Verordnung tätig sind
oder
 
2. für die fehlende Betreuung eine gesundheitliche Schädigung zur Folge hätte.
 
Die Einrichtung sowie die Ausgestaltung der Notbetreuung ist der Senatorin für
Soziales, Jugend, Integration und Sport anzuzeigen.
 
(3) Träger, die keine Notbetreuung im Sinne des Absatzes 2 anbieten dürfen,
haben eine telefonische Erreichbarkeit zu den üblichen Öffnungszeiten für die
Leistungsberechtigten und ihre Angehörigen zu gewährleisten. Die begrenzte
Ermöglichung von Vor-Ort-Kontakten ist zulässig, wenn anderenfalls die Sorge einer
schweren Krisensituation für Leistungsberechtigte besteht. Leistungsberechtigte und
ihre Angehörigen sind über diese Möglichkeit zu informieren.
 
(4) Für die Notbetreuung nach Absatz 2 sowie die Vor-Ort-Kontakte nach Absatz 3
sind Maßnahmen zur Sicherstellung der gesteigerten hygienischen Anforderungen
vorzunehmen. Hierzu gehören insbesondere das häufige und sorgfältige Hände-
waschen mit Wasser und Seife, Einhalten der Husten-und Niesetikette sowie die
Vermeidung von Berührungen im Gesicht. Treffen sind in so kleinen Gruppen wie
möglich und so kurz wie notwendig in gut gelüfteten Räumen abzuhalten. Es ist,
soweit möglich, stets ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen
zu halten.
 
4.Teil
Schulen und Bildungseinrichtungen nach dem Bremischen Schulgesetz,
Tageseinrichtungen und Angebote der Kindertagespflege nach dem
Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege
(Bremisches Tageseinrichtungs- und Kindertagespflegegesetz)
 
§ 17
 
Schulen und Bildungseinrichtungen nach dem Bremischen Schulgesetz,
Tageseinrichtungen und Angebote der Kindertagespflege nach dem
Bremischen Tageseinrichtungs- und Kindertagespflegegesetz
 
(1) Öffentliche Schulen und Schulen in freier Trägerschaft sowie öffentliche und
private Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und der Kindertagespflege dürfen
vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 nicht für den Unterrichts- bzw. Betreuungsbetrieb
(einschließlich Arbeitsgemeinschaften, Unterweisungen und ähnliche schulische
Veranstaltungen) geöffnet werden.
 
(2) Prüfungen und ab dem 27. April 2020 prüfungsvorbereitender Unterricht für die
10. Klassen, die Vorkurse der gymnasialen Oberstufen, die Prüfungsklassen der
vorschulischen Bildungsgänge und in der dualen Ausbildung dürfen durchgeführt
werden, sofern hierbei ein Abstand zwischen den Teilnehmenden von mindestens
1,5 Metern gewährleistet ist.
 
(3) Einrichtungen der in Absatz 1 bezeichneten Art können einen eingeschränkten
Betrieb für die Notbetreuung von Kinderngemäß der Anlage anbieten. Die Notbe-
treuung ist auch offen für Kinder, für die im Rahmen eines Schutzkonzeptes mit dem
Amt für Soziale Dienste der Besuch einer Einrichtung der Kindertagesbetreuung oder
Kindertagespflege zur Sicherung des Kindeswohls angeordnet ist sowie in besonde-
ren Härtefällen auf Antrag. Die Namen sowie die Berufe der Sorgeberechtigten der
im Rahmen der Notbetreuung betreuten Kinder sind in Listenform zu erfassen. Die
Notbetreuung ist auf das notwendige Maß zu beschränken. Sie soll in möglichst
kleinen Gruppen erfolgen und kann bis zu dem Umfang eingerichtet werden, der dem
jeweiligen Konzept der Einrichtung zugrunde liegt. In den öffentlichen Schulen und in
den Privatschulen ist die Anwesenheit eines Mitglieds der Schulleitung sowie einer
Schulverwaltungskraft, in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und Kinder-
tagespflegestellen ist die Anwesenheit einer Person der Einrichtungsleitung zu den
üblichen Zeiten sicherzustellen. Personal, das nicht zwingend vor Ort benötigt wird,
soll, soweit möglich, zu Hause arbeiten.
 
§ 18
 
Sonstige Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung
 
Volkshochschulen, Fahrschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Quar-
tiersbildungseinrichtungen, Musikschulen, sowie sonstige öffentliche oder private
Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung dürfen nicht für den Publikumsver-
kehr und für den Präsenzunterricht geöffnet werden.
 
5.Teil
Schlussvorschriften
 
§ 19
 
Ordnungswidrigkeiten und Strafbarkeit
 
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Nummer 24 des Infektions-
schutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
 
1. entgegen § 1 Absatz 1 Satz 1 die Wohnung oder eine Einrichtung verlässt
oder entgegen § 1 Absatz 1 Satz 2 Besuch empfängt, ohne dass eine Aus-
nahme nach § 4 vorliegt,
 
2. entgegen § 1 Absatz 2 Satz 1 die Wohnung oder eine Einrichtung verlässt
oder entgegen § 1 Absatz 2 Satz 2 Besuch empfängt, ohne dass eine Aus-
nahme nach § 4 vorliegt,
 
3. entgegen § 2 Absatz 1 Satz 1 sich nicht auf direktem Weg in die eigene
Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft begibt oder sich nicht
ständig dort absondert oder entgegen § 2 Absatz 1 Satz 2 Besuch empfängt,
ohne dass eine Ausnahme nach § 4 vorliegt,
 
3.a entgegen § 2 Absatz 2 Satz 1 und Satz 2 das zuständige Gesundheitsamt
nicht oder nicht rechtzeitig kontaktiert,
 
3.b entgegen § 2 Absatz 4 Satz 2 eine Anzeige nicht oder nicht rechtzeitig
vornimmt oder die ergriffenen Maßnahmen nicht dokumentiert,
 
3.c entgegen § 2 Absatz 6 Satz 1 die Freie Hansestadt Bremen nicht auf
unmittelbarem Weg verlässt,
 
4. entgegen § 3 Absatz 1 Satz 2 sich weigert, eine erforderliche Untersuchung
an sich vornehmen zu lassen,
 
5. entgegen § 6 Absatz 1 an einer Veranstaltung oder Feier beteiligt ist,
 
6. entgegen § 6 Absatz 1 eine Veranstaltung oder Feier durchführt,
 
7. entgegen § 6 Absatz 1 an einer sonstigen Menschenansammlung im öffent-
lichen Raum beteiligt ist; nicht erfasst ist der außerhäusliche Aufenthalt mit
einer anderen nicht in der gemeinsamen Wohnung oder gewöhnlichen
Unterkunft lebenden Person oder einer sonstigen Person nach § 5 Absatz 1,
 
8. entgegen § 7 Absatz 3 eine Zusammenkunft in Vereinen sowie sonstigen
Sport- oder Freizeiteinrichtungen durchführt,
 
9. entgegen § 8 eine Reisebusreise oder einen sonstigen Gelegenheitsverkehr
zu touristischen Zwecken veranstaltet,
 
10. entgegen § 9 Absatz 1 oder Absatz 2 eine Einrichtung für den Publikums-
verkehr öffnet,
 
11. entgegen § 10 Satz 1 Übernachtungsgäste zu touristischen Zwecken
beherbergt,
 
12. entgegen § 10 Satz 2 den Mindestabstand zwischen den Gästen nicht
gewährleistet,
 
13. entgegen § 12 Satz 1 Nummer 3 einer Dienstleistung oder handwerklichen
Tätigkeit nachgeht, bei der ein Abstand zum Kunden von 1,5 Metern nicht
eingehalten werden kann,
 
14. entgegen § 12 Satz 2 eine unzulässige Dienstleistung oder handwerkliche
Tätigkeit entgegennimmt,
 
15. entgegen § 14 Absatz 1 Satz 1 einen Besuch abstattet, ohne eine Erlaubnis
nach Absatz 2 innezuhaben
 
16. entgegen § 15 Absatz 1 eine Einrichtung der Tagespflege für den Pflege-
betrieb öffnet,
 
17. entgegen § 16 Absatz 1 eine reguläre Betreuung in einem Angebot oder einer
Maßnahme der Eingliederungshilfe durchführt,
 
18. entgegen § 17 Absatz 1 eine Schule oder eine Einrichtung der Kindertages-
betreuung oder der Kindertagespflege öffnet,
 
19. entgegen § 18 eine Volkshochschule, Fahrschule, Einrichtung der Erwach-
senenbildung, Quartiersbildungseinrichtung, Musikschule oder eine sonstige
öffentliche oder private Einrichtung der Aus-, Fort- und Weiterbildung für den
Publikumsverkehr oder den Präsenzunterricht öffnet.
 
Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 25 000 Euro geahndet werden.
 
(2) Verstöße gegen vollziehbare Anordnungen nach § 28 Absatz 1 Satz 2, § 30
Absatz 1 und § 31 des Infektionsschutzgesetzes, jeweils auch in Verbindung mit
dieser Verordnung, sind gemäß § 75 Absatz 1 Nummer 1 des Infektionsschutz-
gesetzes strafbar.
 
(3) Verstöße gegen vollziehbare Anordnungen nach § 28 Absatz 1 Satz 1 des
Infektionsschutzgesetzes, jeweils auch in Verbindung mit dieser Verordnung, stellen
Ordnungswidrigkeiten nach § 73 Absatz 1a Nummer 6 des Infektionsschutzgesetzes
dar und können mit Bußgeldern von bis zu 25 000 Euro geahndet werden.
 
§ 20
 
Einschränkung von Grundrechten
 
Durch diese Rechtsverordnung werden die Grundrechte der Freiheit der Person
(Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8
des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 Absatz 1 des Grundgesetzes) und
der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 des Grundgesetzes) einge-
schränkt.
 
§ 21
 
Inkrafttreten, Außerkrafttreten, Evaluation
 
(1) Diese Verordnung tritt am  20. April 2020 in Kraft. ‚Gleichzeitig tritt die Verord-
nung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vom 3. April
2020 (Brem.GBl. S. 168), die durch die Verordnung vom 9. April 2020 (Brem.GBl.
S. 198) geändert worden ist, außer Kraft.
 
(2) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 3. Mai 2020 außer Kraft.
 
(3) Die Verordnungsgeberin wird fortlaufend evaluieren, ob die Voraussetzungen
zur Aufrechterhaltung der mit dieser Verordnung verbundenen Grundrechtsbeschrän-
kungen weiter Bestand haben.
 
(4) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhalts-
gleichen Allgemeinverfügungen der nach § 4 Absatz 1 der Verordnung über die
zuständigen Behörden nach dem Infektionsschutzgesetz zuständigen Behörden vor.
Im Übrigen, insbesondere hinsichtlich darin verfügter weitergehender Schutzmaß-
nahmen, bleiben bereits erfolgte Anordnungen der nach § 4 Absatz 1 der Verord-
nung über die zuständigen Behörden nach dem Infektionsschutzgesetz zuständigen
Behörden unberührt.
 
Bremen, den 17. April 2020
Die Senatorin für Gesundheit,
Frauen und Verbraucherschutz
 
 
Anlage zu §§ 1, 2, 15 bis 17
 
I. Berechtigung zur Inanspruchnahme von Angeboten der Notbetreuung
 
Sorgeberechtigte, Pflegepersonen und betreuende Angehörige können die Not-
betreuung nach den § 15 Absatz 2 § 16 Absatz 2 und § 17 Absatz 3 dieser Verord-
nung in Anspruch nehmen, wenn beide (bzw. Alleinerziehende) Sorgeberechtigten,
Pflegepersonenund betreuenden Angehörige berufstätig sind und eine anderweitige
Betreuung nicht gewährleistet werden kann sowie in Härtefällen auf Antrag.
 
Vorrangig berücksichtigt werden Betreuende, die einem der folgenden Bereiche tätig
sind:
 
Abschnitt 1: Gesundheitswesen
 
Beschäftigte im Gesundheitswesen einschließlich des Rettungsdienstes (Ärzte,
Pflegepersonal), bei ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen
einschließlich in der Altenpflege Beschäftigte sowie alle Beschäftigten, die zur Auf-
rechterhaltung der Funktionen des Gesundheitswesens zuständig sind, wie Reini-
gungs- und Verwaltungspersonal, sonstiges Personal (einschließlich medizinischer
Fachangestellter) in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Zahnarztpraxen, in Laboren,
der Beschaffung, Apotheken, bei Arzneimittelherstellern und Herstellern medizi-
nischer Produkte, ferner Hebammen sowie Beschäftigte in Einrichtungen für die
tiermedizinische und tierpflegerische Versorgung und in Einrichtungen und bei
Angeboten oder Maßnahmen der Eingliederungshilfe.
 
Abschnitt 2: Öffentlicher Dienst
 
1. Senatorische Behörden der Freien Hansestadt Bremen
 
2. Bremische Bürgerschaft (Mitarbeiter und Abgeordnete)
 
3. Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven (Mitglieder)
 
4. Magistrat der Stadt Bremerhaven (Mitglieder und Beschäftigte)
 
5. Gesundheitsamt Bremen
 
6. Ordnungsamt Bremen
 
7. Standesamt Bremen
 
8. Migrationsamt Bremen
 
9. Bürgeramt Bremen (und zugeordnete Dienststellen)
 
10. Polizei Bremen und Ortspolizeibehörde Bremerhaven
 
11. Feuerwehr Bremen und Bremerhaven
 
12. sonstige Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben der Freien
Hansestadt Bremen sowie der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven,
insbesondere der Katastrophenschutz
 
13. Staatsanwaltschaft Bremen
 
14. Generalstaatsanwaltschaft Bremen
 
15. Gerichte im Land Bremen
 
16. Justizvollzugsanstalten im Land Bremen
 
17. Hansestadt Bremisches Hafenamt (= Funktion Ordnungsamt im Hafengebiet)
 
18. Hafenärztlicher Dienst beim LMTVet (= Funktion Gesundheitsamt im
Hafengebiet)
 
19. Jobcenter, Agentur für Arbeit,
 
20. Amt für soziale Dienste
 
21. Amt für Versorgung und Integration Bremen
 
22. Landeshauptkasse
 
23. Sozialversicherungen, Sozialtransfers, Studierendenwerke
 
24. Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der Flüchtlings- und
Wohnungslosenhilfe, der Alten- und Behindertenhilfe sowie der Drogen-und
Suchthilfe
 
25. Personal, das die Notversorgung in Kita und Schule sichert
 
26. stationäre Betreuungseinrichtungen (z.B. Hilfen für Erziehung)
 
27. den Ziffern 1 bis 26 entsprechende Einrichtungen anderer Bundesländer und
Kommunen Abschnitt.
 
28. Einrichtungen, deren Tätigkeit für die Pflege diplomatischer und konsularischer
Beziehungen sowie die Funktionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union
und internationaler Organisationen notwendig ist.
 
Abschnitt 3: Kritische Infrastruktur
 
1. Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Energie, Abfall): z.B. Hansewasser,
Bremer Stadtreinigung, SWB/Wesernetz, Kraftstoffversorgung (HGM Energy)
 
2. Transport und Verkehr
 
3. Bremischer Deichverband am rechten Weserufer
 
4. Bremischer Deichverband am linken Weserufer
 
5. Ernährung: Ernährungswirtschaft, Lebensmittelhandel, Landwirtschaft und
Gartenbau (§ 4 BSI-KritisV), inkl. Zulieferung, Logistik
 
6. Informationstechnik und Telekommunikation (§ 5 BSI-KritisV)
 
7. Finanz- und Versicherungswesen: Banken, Börsen, Versicherungen, Sozial-
versicherungen, Sozialtransfers, Finanzdienstleister (§ 7 BSI-KritisV)
 
8. Medien und Kultur: Rundfunk (Fernsehen und Radio), gedruckte und elektro-
nische Presse, Kulturgut, symbolträchtige Bauwerke
 
9. bremenports GmbH & Co. KG
 
10. Lotsenbrüderschaften und Lotsenversetzbetrieb im Hafen und auf der Weser
 
11. EUROGATE Technical Services im Überseehafengebiet)
 
12. Fischereihafenbetriebsgesellschaft
 
13. DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
 
14. BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung,
WFB, Messe Bremen
 
15. Flughafen Bremen GmbH
 
16. Tankstellen
 
17. Bestatterinnen und Bestatter
 
18. Immobilien Bremen und Seestadt Immobilien Bremerhaven
 
19. stationäre Betreuungseinrichtungen (z.B. Hilfen für Erziehung)
 
II. Ausnahme von der Regelung der §§ 1 und 2
 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der unter Ziffer I. Abschnitte 1 bis 3 genannten
Behörden und Betriebe werden gemäß § 4 Absatz 2 Satz 2 dieser Verordnung von
der Regelung der §§ 1 und 2 dieser Verordnung ausgenommen, soweit sie aus-
drücklich durch den Dienstherrn oder den Arbeitgeber benannt werden.